Download
Kleinwindkraft
Im Focus der Stromerzeugung aus Regenerativen Energien steht vermehrt auch die Kleinwindkraft, da immer mehr Kleinwindkrafthersteller mit ihren Produkten auf den Markt kommen. Inspiriert durch die Energiewende wird öfters überlegt, ein Windrad zu kaufen, weil der Wind auch bodennah weht. Doch ist Vorsicht geboten: die Ausbeute der Kleinwindräder wird meist überschätzt.
Man darf bei aller Euphorie zur Stromerzeugung mittels Windkraft nicht vergessen, dass der bodennahe Wind viel schwächer und dabei meist turbulenter ist als etwa in einer Höhe von 100 bis 200 Metern, in denen die großen Windräder Strom produzieren. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Nachbarn nicht durch den Schattenwurf oder die Geräusche der Anlage gestört werden.
Hinzu kommen sehr unterschiedlichste Ausführungen von Kleinwindkraftanlagen: mit horizontaler oder vertikaler Achse, mit zwei oder drei Flügeln, in einem Rohr geführt oder nicht, mit Netzeinspeisung, mit Insellösungen, mit Batterieaufladung sowie mit Eigenverbrauch und Reststromeinspeisung, u.v.m.. Als technisches Kriterium zur Beurteilung der verschiedenen Konzepte kann z.B. die "Leistungskurve" des Kleinwindrades herangezogen werden: diese gibt an, ab welcher Windgeschwindigkeit die Anlage Strom produziert und ab welcher Windgeschwindigkeit die Anlage auf "Nennlast" (also bei höchster Leistung) läuft. Diese Leistungskurven sind unterschiedlich. Wünschenswert wäre eine möglichst hohe Leistung und Stromproduktion bei relativ geringer Windgeschwindigkeit.
Ein weiteres Kriterium ist die spezifische Leistung der Kleinwindanlage je m² Rotorfläche. Diese erhält man, indem man die Nennleistung der Anlage durch die vom Rotor überstrichene Fläche teilt. Je kleiner diese spezifische Leistung ist, desto besser ist die Anlage für einen Schwachwindstandort geeignet.
Doch beim Vergleich dieser Zahlen ist Vorsicht geboten. Leider gibt es in Deutschland derzeit keinen einheitlichen Standard zur Ermittlung dieser Kennzahlen von Kleinwindanlagen und so kommt es immer wieder vor, dass einzelne Hersteller mit völlig überzogenen Angaben werben.
Die Wirtschaftlichkeit von Kleinwindkraftanlagen wird durch mehrere Faktoren bestimmt. Wichtig sind vor allem
- das Windaufkommen am jeweiligen Standort (in den Herbst- und Wintermonaten üblicher Weise am höchsten),
- der Anteil an Strom, den man selbst verbraucht und der Strompreis,
- die Anschaffungskosten (neben den Kosten für das Windrad sind auch die Genehmigungskosten, die Anschlusskosten, die Fundament- oder Befestigungskosten am Haus, ggfs. Speicherkosten, etc. zu beachten),
- die Wartungskosten
- und die Einspeisevergütung für den Strom, der nicht selber verbraucht werden kann.
In den zum Download stehenden pdf-Dateien ist das Thema Wirtschaftlichkeit und Qualität vom Bundesverband Windkraft ausführlich beschrieben.
Die Stadtwerke Aalen setzen sich intensiv mit dem Thema Kleinwindkraft auseinander und klären Standortfaktoren, rechtliche Fragestellungen, die technische Effizienz, die Fördersituation und die ökologische und ökonomische Effizienz.
Einige Anlagen werden von den Stadtwerken gefördert. Mit diesen Testinstallationen sollen Erfahrungen gesammelt werden um zu sehen, welchen Beitrag die Kleinwindkraft leisten kann. Wenn Sie Interesse zur Teilnahme haben und über ein Gebäude verfügen, auf dem ein Windrad installiert werden könnte, füllen Sie bitte Ihre Interessensbekundung hier aus.
Bei allen Interessenten werden wir uns dann Ende November 2011 melden und Ihnen Unterlagen senden, anhand derer eine erste Abschätzung erfolgen kann, ob ein Betrieb machbar ist.
